Sie haben Fragen?
0 74 61 / 96 57 73 - 0
IMAGE_Slider-Service.jpg

Makler ist nicht gleich Makler

Er ist da: Der Gesetzesentwurf für den Sach- und Fachkundenachweis

Bis heute ist es ein Leichtes Immobilienmakler zu werden. Ein polizeiliches Führungszeugnis ist beim zuständigen Gewerbeamt vorzulegen und es dürfen keine Vorstrafen in Bezug auf Betrug oder eidesstattlicher Versicherung in Vermögensangelegenheiten eingetragen sein. Schon sind die Voraussetzungen geschaffen, ein Immobilienbüro als Makler zu eröffnen.
Eine nicht sehr hohe Hürde um den Beruf des Maklers auszuüben, wie ich meine, denn als Makler wird über eines der größten Vermögensgüter von Personen bzw. Familien entschieden. Egal ob in der Bewertung, der Beratung oder im Verkauf. Oft sind umfangreiche finanzielle Entscheidungen für die Kunden die Folge. Nach gut 90 Jahren liegt jetzt erstmals ein Gesetzesentwurf auf dem Tisch. In diesem steht, dass Immobilienmakler und WEG-Verwalter einen gesetzlich begründeten Sachkundenachweis und eine Berufshaftpflichtversicherung erbringen müssen, um den Beruf des Maklers weiter auszuüben. Wie der Sachkundenachweis aussieht, soll dann in einer sogenannten Rechtsverordnung festgeschrieben sein. Ein Meilen stein für die Branche und das Ansehen der Immobilienberufe. Sobald das Gesetz in Kraft tritt, wird die Rechtsverordnung ausgearbeitet, die alle wesentlichen Fragen behandelt. Dann müssen alle selbstständigen Immobilienmakler und WEG-Verwalter innerhalb von sechs Monaten ihre Sachkunde bei der zuständigen Behörde nachweisen. Erst die anschließende Rechtsverordnung wird die wesentlichen Inhalte klären. Schaut man jedoch näher auf die ersten Ausformulierungen, bleibt der Gesetzesentwurf weit hinter den Erwartungen des IVD (Immobilienverband Deutschland IVD, Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen e.V.) zurück. Er regelt bis jetzt nur einen Teil der Berufszulassung, umschreibt, wer von der Regelung betroffen ist und wie die Übergangsfristen lauten. Dass eine „Alte-Hasen“-Regelung gelten soll, steht auch fest. Erfolgt der Nachweis nicht, erlischt die Zulassung. Kann eine langjährige Berufserfahrung nicht nachgewiesen werden oder möchte man ein Maklerbüro neu eröffnen, muss dann bei der zuständigen IHK eine Sachkundeprüfung abgelegt werden.

Die Lehrgänge für diesen Sachkundenachweis bieten unter anderem die Deutsche Immobilienakademie in Freiburg (DIA) und die Europäische Immobilienakademie in Saarbrücken (EIA) an.Der IVD erwartet, dass die Ausbildungsberufe zum Immobilienkaufmann-/ frau als Berufszulassungsvoraussetzung gilt. Nur so kann gewährleistet werden, dass ein gutes Basiswissen der Branche vorhanden ist. Welche zusätzlichen Qualifikationen anerkannt werden und welche genauen Inhalte die Sachkundeprüfung erfordert, wird ebenso über die Rechtsverordnung festlegt.

Nach dem Inkrafttreten des Gesetzes hat das Bundeswirtschaftsministerium zusammen mit dem DIHK neun Monate lang Zeit, den Prüfungskatalog auszuarbeiten. Für den IVD ist es wichtig, dass dabei Praktiker mit am Tisch sitzen, um einen nachhaltigen und qualitätsbewussten Berufszulassungsnachweis für die Zukunft zu platzieren. Ebenso steht noch aus, welche Deckungssummen die Berufshaftpflichtversicherung aufweisen sollen. Neben der Berufshaftpflichtversicherung sollten auch die Vertrauens- und Betriebshaftpflichtversicherungen gesetzlich verankert werden. Kritisch wird die Einschränkung auf den WEG-Verwalter gesehen. Die Berufszulassung lässt den Mietverwalter außen vor, wobei die Haftungsrisiken auch dort liegen und am Ende dem Mieter und damit dem Verbraucher schaden können. So verfügt beispielsweise der Mietverwalter über die Kautionen und die Betriebskostenvorauszahlungen.

Eben wegen dieser Treuhänderfunktion sollte der Gesetzgeber hier nicht zu kurz handeln. Interessant ist, dass der Gesetzgeber den Unternehmern eine Sachkundepflicht für seine Mitarbeiter auferlegt. Anders gesagt, der Inhaber oder Geschäftsführer muss dafür Sorge tragen, dass seine Mitarbeiter, die z.B. Tätigkeiten wie die Erstellung eines Exposés oder einer Betriebskostenabrechnung ausüben, fachkundig sind. Auch die sogenannten Bankenmakler sind in den Gesetzentwurf bereits eingebunden und müssen erstmals mit einer angemessenen Anzahl von Mitarbeitern eine Qualifikation vorweisen.

Das Gesetz sieht für den Markt eine großzügige „Alte-Hasen“-Regelung vor. Wer sechs Jahre lang ununterbrochen Unternehmer als WEG-Verwalter oder Immobilienmakler tätig war, braucht keine Prüfung abzulegen. Mitglieder des IVD müssen jetzt schon eine höhere Qualifikation vorweisen und obliegen strengen Aufnahmekriterien. Nur so garantiert der Verband seinen hohen Qualitätsanspruch.

PDF zum Download
Besuchen Sie uns für Aktuelles auch auf unseren Social Media-Kanälen.
Leibinger Immobilien
Büro in Tuttlingen
Donaustraße 52
78532 Tuttlingen
Tel.: 074 61 / 965 773 -0
Fax: 074 61 / 965 773 -50
Kontaktformular
*Pflichtfelder
Bitte warten. Ihre Anfrage wird bearbeitet
Diese Seite verwendet Cookies, um Ihnen als Nutzer das bestmögliche Nutzererlebnis zu ermöglichen. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit unserem Einsatz von Cookies einverstanden. Details erfahren Sie hier.